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Montag 6. November 2006, Sense
Von sehr glücklich bis tief enttäuscht
Reaktionen der Parteien auf die Resultate der Grossratswahlen
Zufriedene bis sehr zufriedene Stimmen bei CVP, FDP, SP, SVP und der Freien Liste Sense - Grosse Enttäuschung bei der CSP Sense über den Ausgang der Wahlen.
Von IMELDA RUFFIEUX und CHRISTIAN SCHMUTZ
Grosse Enttäuschung bei der CSP Sense. «Wir waren uns bewusst, dass der dritte Sitz knapp werden würde, haben aber nicht damit gerechnet, dass wir den nicht schaffen werden», erklärt CSP-Sense-Präsident Erich Bapst. Man sei angesichts der Sitzreduktion davon ausgegangen, dass ein Sitz verloren gehe. «Wir haben aber nicht gedacht, dass wir auf ein so tiefes Niveau fallen würden.» Die Parteileitung sei sich voll bewusst, dass man in einer Bereinigungsphase sei. «Die Vorkommnisse der letzten Zeit schadeten der Partei», hält er fest und spricht gar von einer Spaltung. Der Ausgang der Wahlen sei das Resultat dieser Grabenkämpfe. Die Leute hätten bei der Partei eine Linie vermisst und nicht mehr gewusst, wo sie sie einstufen sollen. «Das Vertrauen ist weg.»
Er nimmt an, dass auch die Sitzreduktion sowie das gute Abschneiden der CVP einen Einfluss hatten. «Sie haben es geschafft, im Wahlkampf viele Leute zu mobilisieren.» Die Partei nehme das Resultat zur Kenntnis und müsse es als Neuanfang betrachten, führt Erich Bapst weiter aus.
«Sehr glücklich»
«Es ist grandios, wir sind sehr zufrieden», sagt CVP-Sense-Präsident Bruno Boschung. Man habe auf sechs Sitze gehofft und sei sehr glücklich, dass der CVP auch der siebte Sitz zugefallen sei. «Damit haben wir nicht gerechnet. Es ist sensationell.» Die CVP Sense habe gegenüber den letzten Wahlen den Wähleranteil von rund 31 auf über 34 Prozent steigern können. «Dass nun durch die Restmandate ein zusätzlicher Sitz herausschaut, macht grosse Freude», erklärt Bruno Boschung.
Es sei eine Bestätigung, dass man mit einer guten Liste, verteilt auf den ganzen Bezirk, und mit bekannten Persönlichkeiten angetreten sei. «Die Wählerschaft hat goutiert, dass wir kein Wischi-Waschi-Programm anbieten, sondern eine gewisse Linie darin haben.» Es sei auch eine Bestätigung, dass die bisherigen CVP-Leute ihre Arbeit zur Zufriedenheit der Wähler erledigt haben, führt Bruno Boschung aus.
Sehr zufrieden mit dem Ausgang der Wahlen ist die SVP Sense. Wie Gaston Waeber, Vizepräsident der Bezirkspartei, erklärte, habe man realistischerweise nicht damit rechnen können, alle drei Sitze zu behalten. «Wir haben nicht einen Sitz verloren, sondern die effektiven zwei SVP-Sitze halten können», hält er fest. Angesichts der Sitzreduktion sei dies ein sehr gutes Resultat. Natürlich sei es schade für Yvan Aeby, nicht mehr gewählt worden zu sein. Aber für die Partei sei es wichtig, dass die ursprünglichen zwei SVP-Sitze gehalten wurden. «Ausserdem konnten wir auch prozentual zulegen», hielt Gaston Waeber fest.
Auf die richtige Karte gesetzt
Glücklich ist auch Albert Studer. Die Freie Liste Sense konnte das bisherige Mandat im Grossen Rat halten. «Wir haben gedacht, dass es reicht, aber nicht, dass es so klar herauskommt.» Es sei eine Bestätigung, dass man auf die richtige Karte gesetzt habe, junges Publikum anzusprechen und eine ganz andere Werbung zu machen. «Es ist für mich eine sehr grosse Motivation, mich im Grossen Rat weiter zu engagieren, eine schöne Belohnung für die geleistete Arbeit», führt Studer aus.
«Die SP Sense hat ihr angestrebtes Ziel nicht ganz erreicht. Wir haben den vierten Sitz verpasst», analysiert SP- Sense-Präsident Martin Tschopp den Wahlausgang. «Aber die drei Sitze haben wir sehr gut ins Trockene gebracht», hält er fest und weist darauf hin, dass die SP die zweitstärkste Kraft im Sensebezirk ist. «Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit dem Resultat.» Das beziehe sich auch auf das gute Abschneiden von Erwin Jutzet bei den Staatsratswahlen.
Köpfe statt Parteien
Namens der FDP Sense analysiert Ruedi Vonlanthen den Wahlausgang: «In erster Linie können wir sehr zufrieden sein mit dem Wahlausgang. Gegenüber vor fünf Jahren konnten wir massiv zulegen, aber den dritten Sitz haben wir um Haaresbreite nicht geschafft», führt er aus. «Generell kann man feststellen, dass die Wähler unabhängig von den Parteien zuerst Köpfe wählen.» Das sei bei der CVP gleich, diese Partei habe den Besitzstand wahren können, was nicht selbstverständlich sei. «Der Sensebezirk hat einen klaren Rechtsrutsch erlebt. Dass es so massiv ist, überrascht mich schon», erklärt Ruedi Vonlanthen.
Reaktionen der Abgewählten
Hans-Rudolf Beyeler (CSP, Grossrat 2000-06): «Wenn die Partei so viele Sitze verliert, ist meine Abwahl nicht verwunderlich. Sicher haben wir zwei Zugpferde verloren. Ich bin enttäuscht, aber es ist daher nicht so tragisch. Wahlen sind immer so.»
Yvan Aeby (SVP, Grossrat 2004-06): «Es ist nicht eine Abwahl. Wir waren drei Grossräte und es gab nur zwei Plätze. Ich mag es den gewählten SVP-Räten gönnen und stehe direkt dahinter. Ich habe das Gefühl, dass ich noch nicht weg bin von der Politik.»
Jörg Schnyder (FDP, Grossrat 2002-06): «Als Ruedi Vonlanthen zu uns wechselte, dachten wir, dass er das beste Resultat machen wird. Also würde es einen der beiden Bisherigen treffen. Das muss man sportlich nehmen. Ich mag Fritz Burkhalter die Wahl sehr gönnen.»