Hauptmenü
Presse > Freiburger Nachrichten > 2006
Donnerstag 29. Juni 2006, Sense
Verzicht auf eigene Oberamtmann-Kandidatur
Die SP Sense unterstützt Joseph Brügger, den Kandidaten der CSP Sense
Die SP Sense verzichtet auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten für die Oberamtmann-Wahl. Einstimmig hat die Partei gestern Abend in Alterswil beschlossen, Joseph Brügger, den Kandidaten der CSP, zu unterstützen.
Von ANTON JUNGO
«Wir sind in einem Zielkonflikt», betonte Erwin Jutzet, der im Auftrag des Vorstandes der SP Sense die Gruppe präsidierte, die sich mit einer möglichen Kandidatur für die Oberamtmann-Wahl vom 5. November beschäftigte. Martin Tschopp, Präsident der SP Sense, war in den Ausstand getreten, da er schon im Frühjahr sein Interesse für eine Kandidatur angemeldet hatte. «Die SP gehört zu den Wahlgewinnern und es wäre eigentlich zu befürworten, auch mit einem eigenen Kandidaten in die Oberamtmann-Wahl zu steigen», hielt Erwin Jutzet fest. Die Wahlgruppe befürchtete aber, dass die linken Kräfte zersplittert werden könnten, nachdem die CSP mit Joseph Brügger einen - auch für die SP akzeptierbaren Kandidaten - nominiert hatte.
CSP-Kandidat vertritt linke Positionen
Die CSP habe sich in der letzten Zeit zunehmend links positioniert, führte Erwin Jutzet aus. Die Wahlgruppe hat denn mit dem CSP-Kandidaten auch ein Gespräch geführt. «Joseph Brügger machte auf uns einen sehr guten Eindruck und seine Positionen weichen kaum von jenen der SP ab», betonte er. Die Wahlgruppe empfahl deshalb dem Vorstand, auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten zu verzichten.
In der Diskussion wies Franz Brügger, Tafers, darauf hin, dass eine Oberamtmann-Kandidatur eine gute Lokomotive für die Grossratswahlen wäre. Er gab auch der Hoffnung Ausdruck, dass die CSP im Gegenzug aber die Staatsratskandidatur von Erwin Jutzet unterstütze. Dieser wies darauf hin, dass keine entsprechenden Abmachungen getroffen worden seien. Otto Piller meinte, der Vorstand sei wahlstrategisch auf dem richtigen Weg, wenn er auf die Nominierung eines eigenen Oberamtmann-Kandidaten verzichte, und gab sich überzeugt, dass auch die Staatsratskandidatur von Erwin Jutzet eine gute Wahllokomotive sei. «Wenn wir zusammenstehen, können wir auch im Staatsrat eine rot-grüne Mehrheit erreichen», hielt er fest.
Antrag auf eigene Kandidatur abgelehnt
Josef Aerschmann, Alterswil, bedauerte, dass das Gespräch mit der CSP erst geführt wurde, nachdem diese ihren Kandidaten bereits nominiert hatte. Franz Martin, Schmitten, stellte den Antrag, dass die SP mit Martin Tschopp doch einen eigenen Kandidaten nominiere.
Mit 17 gegen 2 Stimmen, bei einer Enthaltung, folgte die Versammlung dem Antrag des Vorstandes, auf die Nominierung eines eigenen Kandidaten zu verzichten. Einstimmig beschloss die Versammlung daraufhin, die Kandidatur von Joseph Brügger zu unterstützen. Parteipräsident Martin Tschopp sieht in diesem Entscheid eine Chance, nach Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit der CSP zu suchen.
Ziel ist eine volle Liste
Die SP Sense nominierte gestern Abend auch die Kandidatinnen und Kandidaten für die Grossratswahlen. «Unser Ziel ist es, eine volle Liste, das heisst 17 Kandidaten, zu präsentieren», betonte Parteipräsident Martin Tschopp. Bisher hat die Partei zwölf sichere Zusagen, wobei eine Kandidatin noch die Erlaubnis des Arbeitgebers einholen muss.
Bisher hat die SP Sense drei Sitze im Grossen Rat. «Unser Ziel ist es, einen vierten Sitz zu erobern», hielt der Parteipräsident fest. Maria Grazia Conti, Schmitten, verzichtet auf eine erneute Kandidatur. Martin Tschopp, 50- jährig, eidg., Beamter, Schmitten, und Ursula Krattinger-Jutzet, 45-jährig, Laborantin, Düdingen, treten wieder an.
Neu kandidieren: Christian Marbach, 52-jährig, OS-Lehrer, Düdingen; Anton Haymoz, 42-jährig, eidg. dipl. Industriemeister, Düdingen; Thomas Perren, 26-jährig, Elektromechaniker, Bösingen; Yvonne Jungo, 48-jährig, Lehrerin, Bösingen; Daniel Brunner, 59-jährig, eidg. Beamter, Wünnewil-Flamatt; Francisca Januth-Wenger, Hausfrau, Wünnewil-Flamatt; Michael Perler, 42-jährig, Erwachsenenbildner VAM, Wünnewil-Flamatt; Kevin Auderset, 25-jährig, eidg. Beamter, Schmitten, sowie Ludwig Zurbriggen, 41-jährig, Sozialwissenschafter, Rechthalten.
Die Versammlung erteilte dem Vorstand die Kompetenz, die Liste mit fünf weiteren Kandidaten zu ergänzen. Wünschbar wären vor allem Frauen und Kandidierende aus dem Oberland. ja