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Montag 6. März 2006, Sense
Ohne grosse Überraschungen
Gemeinderatswahlen im Sensebezirk
Nach den gestrigen Wahlen sind im Sensebezirk von den 149 Gemeinderatssitzen erst 142 vergeben. In Oberschrot sind noch fünf und in Rechthalten zwei Sitze zu besetzen. In Wünnewil-Flamatt sind die neun Sitze zwar vergeben, doch die CVP hat für die vier gewonnenen Sitze nur drei Kandidaten.
Von ANTON JUNGO
Die Tendenz, dass bei Gemeinderatswahlen immer häufiger überparteiliche oder gemeinsame Listen eingereicht werden, macht es zunehmend schwierig von Gewinnern und Verlierern zu sprechen. Dies wird bei den beiden bisher stärksten Parteien, der CVP und der CSP, besonders deutlich.
Absolute Mehrheit in Tafers
Allein dadurch, dass die CSP in Giffers und Rechthalten nicht mehr mit einer eigenen Liste antrat, gingen in der Statistik zehn Sitze verloren. 2001 verfügte sie noch über 37 und nach den jetzigen Wahlen noch über 26 Sitze. Gegenüber 2001 hat sie in Bösingen, Düdingen und Überstorf je einen Sitz verloren, in Schmitten und Tafers dagegen je einen Sitz gewonnen. In Tafers verfügt die CSP mit neu fünf Sitzen über die absolute Mehrheit im Gemeinderat.
Die CVP verfügt noch über 40 Sitze gegenüber 42 vor fünf Jahren. Sie musste in Heitenried, St. Ursen, Tafers und Tentlingen je einen Sitzverlust hinnehmen. In Bösingen, Düdingen, Überstorf und Wünnewil-Flamatt gewann sie je einen Sitz hinzu. Da sie in Wünnewil-Flamatt nur drei Kandidaten portierte, aber vier Sitze gewann, kann sie für die bevorstehende Ergänzungswahl noch einen Kandidaten nominieren. Zwei Sitze gewann sie in St. Silvester, wo sie diesmal mit einer eigenen Liste antrat.Die FDP konnte 15 von 16 bisherigen Sitzen halten. Je einen Sitz verlor sie in Düdingen und Schmitten und gewann in Heitenried einen Sitz hinzu.
SP und SVP mit unterschiedlichem Wahlerfolg
Unterschiedliche Erfolge können der rechte und der linke politische Flügel verbuchen. Die SP verlor fünf der bisherigen 13 Sitze. Zwei Sitze verlor sie in Giffers auf Grund der Gemeinsamen Liste. In Tafers und St. Ursen verlor sie ihren bisherigen Sitz im Gemeinderat und auch in Schmitten und Wünnewil-Flamatt verlor sie je einen Sitz. In Bösingen konnte sie - mit dem bisherigen CSP-Gemeinderat Daniel Wyder - einen Sitz hinzugewinnen.
Die SVP trat diesmal neben Bösingen und Plaffeien auch in Düdingen, Schmitten, Tafers und Tentlingen an. Sie holte überall mindestens einen Sitz; in Plaffeien sind es zwei, wobei zu bemerken ist, dass sie mit der Liste «SVP und Parteilose» antrat. Gegenüber den Wahlen 2001 konnte sie ihre Sitzzahl fast verdoppeln.Die Freien Wähler erhöhten ihre Sitzzahl von acht auf neun. Von 33 auf 39 erhöht hat sich die Zahl der Sitze der Parteilosen und jener, die auf gemeinsamen Listen kandidierten. Diese Zahl dürfte sich nach dem zweiten Wahlgang in Oberschrot und in Rechthalten noch erhöhen.Wurden 2001 32 Frauen gewählt, sind es diesmal noch 29. Aber auch diese Zahl dürfte sich nach den zweiten Wahlgängen noch verändern. Ein zweiter Wahlgang ist in Oberschrot und in Rechthalten notwendig, wo noch fünf beziehungsweise zwei Sitze zu besetzen sind.
Neun wurden abgewählt
Von den amtierenden 149 Gemeinderäten und Gemeinderätinnen stellten sich 97 nochmals zur Wahl. Neun von ihnen fanden keine Gunst mehr bei ihrer Wählerschaft: Iris Zürcher, SVP, Plaffeien; Yvan Aeby, SVP, Tentlingen; Ursula Eggelhöfer-Brügger, FDP, Düdingen; Josef Krattinger, CSP, Alterswil; Jean-Marcel Aeby, Freie Wähler, St. Silvester; Karin Clément, Freie Wähler, St. Silvester; Alfons Hagen, SVP, Bösingen; Jürg Schär, FDP, Bösingen, und Fréddy Meuwly, Überparteiliche Liste, Rechthalten.
Spitzenresultate für die Ammänner
Sehr gute Resultate erzielten die nochmals antretenden Ammänner. Louis Casali, SP, Bösingen; André Schwartz, Brünisried; Hildegard Hodel-Bruhin, CVP, Düdingen; Walter Fasel, CSP, Heitenried; Otto Lötscher, Plaffeien; Peter Aeby, CSP, Heitenried; Vitus Vonlanthen, CVP, Tentlingen; Danielle Julmy-Hort, Zumholz, erzielten in ihren Gemeinden je das Spitzenresultat. Ruedi Vonlanthen, Giffers, und Roman Schwaller, CVP, Tafers, erzielten je den dritten Platz.
Sehr mager fiel in den meisten Gemeinden die Stimmbeteiligung aus. Sie liegt bei 24,7 Prozent in Oberschrot und 61,2 Prozent in Tentlingen. Im Durchschnitt aller Gemeinden liegt sie bei 45,7 Prozent gegenüber 58,6 Prozent 2001.
Stimmen zu den Wahlen
Der wohl Prominenteste der Abgewählten ist Yvan Aeby aus Tentlingen, der während der Legislaturperiode von der CVP in die SVP gewechselt und vor den Wahlen für einige Diskussionen gesorgt hatte. «Ich habe eine unpopuläre Politik gemacht», erklärte er gestern zu seiner Nicht-Wiederwahl, und: «Der Wille beim Volk war nicht da, Transparenz in die Gemeindepolitik zu bringen. Ich bleibe aktiv. Es braucht seine Zeit, bis ich Recht bekomme.» Er freut sich andererseits, dass die SVP einen Sitz gemacht hat, auch wenn er zwei Sitze anvisiert hatte.
«Politik sollte man gestalten, nicht erleiden», meinte Oberamtmann Marius Zosso zur mageren Stimmbeteiligung. Er hofft, dass die Kollegialität auch in den neuen Gemeinderäten zum Tragen kommt.Erich Bapst, Präsident der CSP Sense, zeigt sich eher positiv überrascht über das Abschneiden seiner Partei. «Für die CVP haben sich die Erwartungen erfüllt», betonte Josef Fasel, Interims-Präsident der CVP Sense. Zufrieden äusserte sich auch Benjamin F. Brägger, Präsident der FDP Sense.«Wir haben viel unternommen und wenig erreicht», beurteilte Martin Tschopp, Präsident der SP Sense, die durchzogene Bilanz seiner Partei. «Wir haben ein sehr erfolgreiches Wahlwochende erlebt», betont andererseits Gaston Waeber, Vizepräsident der SVP Sense. ja