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Montag 6. November 2006, Sense
CSP und SP sind enttäuscht
«Als Sportler sind mir Niederlagen vertraut», erklärt Joseph Brügger zu seinem Resultat bei den Oberamtmannwahlen. Er erreichte den dritten Platz und kann für den zweiten Wahlgang nicht mehr antreten.
Von ANTON JUNGO
«Ich bin enttäuscht, aber nicht schockiert über den Wahlausgang», betont Joseph Brügger, Drittplatzierter bei den Sensler Oberamtmann- wahlen. Er habe den Wahlkampf mit grossem Engagement geführt, hält er fest. «Ich bin schliesslich zwischen Stuhl und Bank gefallen», meint er und verweist auf die grosse Hausmacht des CVP-Kandidaten René Aeby und auf den grossen Bekanntheitsgrad des unabhängigen Nicolas Bürgisser.
«Als Sportler sind mir Niederlagen vertraut», erklärt Joseph Brügger und weist darauf hin, dass ihm der Wahlausgang auch wieder neue Freiheiten verschaffe.
«Die Sensler haben offensichtlich ein anderes Profil eines Oberamtmanns», analysiert er seine Niederlage. «Ich wurde als jemand wahrgenommen, der eine zu konsequente Haltung vertritt.»
«Das Genick gebrochen hat mir aber bestimmt die Diskussion über die Schliessung der Alp- und Forststrassen», ist er überzeugt. Er glaubt, dass er in dieser Frage missverstanden worden sei. Er habe als Grossrat zwar eine Anfrage betreffend der Verkehrsregelung auf Alp- und Forststrassen eingereicht. Doch habe er nie eine Schliessung verlangt.
Joseph Brügger ist überzeugt und hofft, dass die Wählerinnen und Wähler, die bei den gestrigen Wahlen ihm die Stimme gegeben haben, im zweiten Wahlgang für René Aeby stimmen werden.
«Wir wussten, dass es eng wird. Wir sind aber schon enttäuscht, dass der Abstand unseres Kandidaten zum Zweitplatzierten so gross ist», führt Erich Bapst, Präsident der CSP Sense, zum Abschneiden ihres Kandidaten aus. Er weist darauf hin, dass Joseph Brügger beruflich, politisch und persönlich ideale Voraussetzungen für eine Kandidatur hatte.
«Wieder einmal hat sich gezeigt, dass Oberamtmannwahlen Kopfwahlen sind», deutet Erich Bapst den Wahlausgang und weist darauf hin, dass Joseph Brügger mit seiner eher «strengen Art» bei den Wählern nicht angekommen sei. Einen Grund für das schlechte Abschneiden sieht er auch darin, dass Joseph Brügger aus der Zeit als Grossrat ein linkes Image nachgesagt wurde.
«Wir werden im zweiten Wahlgang ganz klar die Kandidatur von René Aeby unterstützen», erklärt der Präsident der CSP.
Linke Allianz gescheitert
Der CSP-Kandidat hatte die offizielle Unterstützung der SP Sense. Entsprechend enttäuscht ist deren Präsident Martin Tschopp, dass es der Linken nicht gelang, den Durchbruch zu schaffen. Die SP wird am 13. November entscheiden, ob sie für den zweiten Wahlgang offiziell einen Kandidaten unterstützen will oder Stimmfreigabe beschliesst.
Martin Tschopp, der parteiintern selbst als Oberamtmann-Kandidat gehandelt wurde, lässt - sich des persönlichen Dilemmas bewusst - die Frage offen, ob es gut gewesen wäre, wenn die SP mit einem eigenen Kandidaten angetreten wäre.